Die Tütenmethode

Heute stelle ich euch eine Methode vor, die ich erstmals im Studium entwickelt habe. Die Idee dazu kam in der Auseinandersetzung mit der Biographischen Methode. So, wie ich sie hier vorstelle, hat sie keinen direkten Bezug mehr zur biografischen Selbstreflexion. Sie lässt sich sehr vielseitig einsetzen, dazu gebe ich euch in diesem Beitrag ein paar Anregungen. Ihr könnt euch außerdem am Ende Grafiken für die Gestaltung eines Arbeitsauftrags herunterladen.

Grundsätzliches zur Methode

Der Auftrag besteht darin, eine Papiertüte wie eine Collage zu gestalten. Die Besonderheit liegt in der Unterscheidung zwischen der Innenseite und der Außenseite, die unterschiedliche Funktionen übernehmen.

Die Außenseite ist das Öffentliche, das Schützende, eine Mitteilung, eine Hülle, eine Verweis auf den Inhalt…

Die Innenseite ist das Geheime, das Schützenswerte, das Wertvolle, der eigentliche Inhalt…

Durch die künstlerisch-bildliche Darstellung lassen sich Informationen abstrakt darstellen und so verschlüsseln.

Für Auswertungen können die Tüten wie in einer Gallerie ausgestellt werden. Die Außenseiten bieten Anlass zum Austausch.

Einsatzmöglichkeiten

Kennenlernen

Die Methode eignet sich durch die Möglichkeit der Verschlüsselung sehr gut zur Vorbereitung von Vorstellungsrunden. Während die Außenseite beispielsweise das zeigt, wie man sich anderen darstellen möchte, kann man im Inneren Dinge „verstecken“. Wer möchte, kann die Tüte am Ende auch zutackern oder zukleben. Die Methode eignet sorgt also dafür, sich auch mit der eigenen Person auseinanderzusetzen, sich auszudrücken und trotzdem ausreichend Schutz zu bieten.

Beispiel:
Die Außenseite soll etwas darüber verraten, welche relevanten Gründe es für die Wahl des Ausbildungsberufs gab.
Die Innenseite soll die Persönlichkeit widerspiegeln. Die Tüte kann offen oder verschlossen bleiben.

Im Offenen Unterricht haben wir den Schüler:innen immer eine ganze Woche Zeit gelassen, um in der Schule und dem Unterrichtssystem anzukommen. Unter anderem fanden auch Trainingssitzungen zum selbstregulierten Lernen statt. In der ersten Sitzung geht es darum, sich seiner Werte als Voraussetzung für weitere Zielsetzungen bewusst zu werden. Auch diese Sitzung lässt sich mit der Tütenmethode verbinden.

Erwartungen und Feedback

Für Seminare oder Unterrichtsreihen kann die Tüte einen sehr schönen Rahmen bilden. So können die Teilnehmer:innen außen ihre Erwartungen und Wünsche zu Beginn platzieren und am Ende verbunden mit einer Feedbackrunde einpacken, was sie als besonders wertvoll mitnehmen. Je besser die Erwartungen erfüllt wurden, desto besser passt die Verpackung zum Inhalt.

Mini Portfolio

Die Tüte kann als eine Sammlung verschiedener Lernprodukte eine kleines in sich geschlossenes projektbezogenes Portfolio sein. Während im Inneren die verschiedenen Produkte gesammelt werden, kann die Außenseite für eine Zusammenfassung genutzt werden. Die Tüte könnte so z.B. als Alternative zu der Leserolle im Deutschunterricht verwendet werden.

Grafiken zum Download

Hier könnt ihr drei Grafiken zur Gestaltung eurer eigenen Arbeitsaufträge herunterladen.

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